Lachender Junge

Die 1. World Vision Kinderstudie 2007



Anlass der Studie

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind stark zu machen“ lautet ein afrikanisches Sprichwort. Die Autoren der 1. World Vision Kinderstudie haben es als Leitgedanken zur Verbesserung der Kinderpolitik in Deutschland aufgegriffen. Kinder sind sensible und wache junge Gesellschaftsmitglieder, die selbstbewusst eigene Lebensperspektiven entwickeln. Damit aus diesen Jüngsten „unseres Dorfes“ gut integrierte Mitglieder und aktive Gestalter einer Gemeinschaft werden können, brauchen sie eine Umgebung, die sie emotional, sozial und intellektuell in optimaler Weise anregt. Dafür müssen alle politischen und gesellschaftlichen Institutionen stärker als bisher an einem Strang ziehen, um unsere Kinder stark zu machen.

Durchführung


Die 1. World Vision Kinderstudie wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bielefeld und des Forschungsinstituts TNS Infratest Sozialforschung in München erstellt. Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Prof. Dr. Sabine Andresen waren für die konzeptionelle Grundlegung und inhaltliche Ausrichtung der Studie verantwortlich. Bei TNS Infratest Sozialforschung lag die Verantwortung für methodisches Design, Durchführung der Befragung und Auswertung bei Ulrich Schneekloth.
Die 1. World Vision Kinderstudie bietet einen genauen und facettenreichen Einblick in die Lebenswelten von Kindern aus Sicht der 8- bis 11jährigen. Dies wurde möglich durch das Erhebungsdesign, das sich an den Shell Jugendstudien orientiert. Neben einer quantitativen Erhebung bei einer repräsentativen Auswahl von Kindern zwischen 8 und 11 Jahren wurde auch eine qualitative Befragung von 12 Kindern durchgeführt. Dank dieser sind sehr lebendige und tiefe Eindrücke in Auffassungen, Erkenntnisse, Gefühle von jungen Kinderpersönlichkeiten möglich geworden.
Das zentrale Anliegen der World Vision Kinderstudie ist es, genau diese Wahrnehmungen und Einschätzungen von Kindern in den Mittelpunkt zu stellen, um ein möglichst authentisches Bild des Kindseins in Deutschland zu erhalten.

Ergebnisse


Je nach Schichtzugehörigkeit haben Kinder äußerst unterschiedliche Gestaltungsspielräume. Kinder aus den unteren Herkunftsschichten beginnen von vornherein mit größeren Risiken und geringeren Teilhabemöglichkeiten als ihre Altersgenossen aus den mittleren und höheren Schichten. Die schlechteren Startchancen beziehen sich dabei nicht etwa „nur“ auf die Schule, sondern sie durchziehen und prägen den gesamten Alltag der Kinder und so wirken sie wie ein Teufelskreis. Diesen zu durchbrechen, vermögen Kinder nur mit einer vielseitigen Unterstützung und einer verantwortungsvollen Politik. Armutsrisiken und fehlende häusliche Ressourcen beeinträchtigen Kinder in der Entwicklung ihrer Potenziale.
Schaut man sich diese zentrale Erkenntnis der Studie anhand einzelner Aspekte etwas genauer an, so wird beispielweise sehr deutlich, dass prekäre Verhältnisse in den Familien mit der Wahrnehmung der Kinder, zu wenig Zuwendung zu erfahren, zusammenhängen. Nicht die Berufstätigkeit der Eltern führt zu Zuwendungsdefiziten, im Gegenteil lässt sich zeigen, dass eine adäquate Erwerbsbeteiligung präventiv wirkt.

Fazit

Die 1. World Vision Kinderstudie zeigt, dass es vielen Kindern in Deutschland gut geht und sie mit ihrem Lebensumfeld zufrieden sind. Sie zeigt aber auch sehr deutlich, dass es entscheidend für das ganze Leben ist, in welche Gesellschaftsschicht ein Kind hineingeboren wird. Die schlechteren Startchancen von Kindern aus den unteren Herkunftsschichten prägen alle Lebensbereiche und wirken wie ein Teufelskreis. Wie ein „roter Faden“ zieht sich eine Stigmatisierung und Benachteiligung dieser Kinder durch das ganze Leben hindurch. Dadurch ergibt sich der dringende Bedarf nach Förderung für benachteiligte Kinder um gleiche Chancen für alle zur erwirken. Im Kapitel Politik für Kinder plädierten die beteiligten Forscherinnen und Forscher für die Einbindung "des ganzen Dorfes", um z. B. Kinderarmut gezielt entgegen zu wirken.


Ergebnisse der Studie

Für inhaltliche Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Forschungsleiterin des World Vision Instituts Dr. Katharina Gerarts. E-Mail institut@worldvision.de