Frieden und Partizipation



Kinder haben laut der UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf Partizipation. Dies ist aber nicht der einzige Grund, weshalb wir die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft fördern sollten. Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Debatten und Entscheidungen auf allen Ebenen ist eine wichtige Voraussetzung für den Frieden. Dabei beinhaltet Frieden die Abwesenheit von physischer, psychischer und struktureller Gewalt, soziale Gerechtigkeit, die Befähigung des Individuums, sowie die Förderung von Menschenrechten und menschlicher Würde. Solch ein weites Verständnis von Frieden wurde in der Friedens- und Konfliktforschung seit 1969 entwickelt. Zuletzt wurde es von den christlichen Kirchen in Deutschland aufgegriffen und neu geprägt (siehe dazu von der deutschen Bischofskonferenz die Schrift „Gerechter Friede“, 2000, und vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland „Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen“, 2007). Im Gegensatz zu anderen Friedensbegriffen liegt bei einem weiten Verständnis von Frieden der Schwerpunkt auf sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit und der Bekämpfung von struktureller Gewalt.

Wie kann die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu Frieden führen? 

 






















Wenn Kinder Zugang zu Informationen haben, sowie die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern, können sie sich besser vor negativen Einflüssen auf ihr Leben schützen. Sie entwickeln Selbstbewusstsein und empfinden einen höheren Selbstwert (IAWGCP 2008, 6; Austin 2009, 252). Des Weiteren werden Kinder und Jugendliche durch Partizipation zu selbstständigen Akteuren und können positive Veränderungen herbeiführen. Kinder und Jugendliche können als aktive Subjekte die Welt zu einem gerechteren und friedlicheren Ort machen (World Vision 2015 b, 4). Darüber hinaus haben Kinder und Jugendliche, die ihr Recht auf Partizipation ausleben können, mehr Macht gegenüber Erwachsenen und privilegierten Kindern. Dadurch haben Kinder die Möglichkeit, bestehende Werte und Strukturen zu hinterfragen (Liebel 2007, 64; White 2009, 43).

Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen kann außerdem dabei helfen, bestehende Vorurteile in einer Gesellschaft abzulegen und gespaltene Gesellschaften zu einen. Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, die Einstellung von Menschen in ihrer Umgebung zu ändern (Ungerleider 2006). So werden Kinder zu Friedensförderern (World Vision 2013 a). Es kommt weiterhin dazu, dass Kinder, wenn sie die Möglichkeit haben, sich in der Gemeinschaft zu engagieren, ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickeln und sich somit eher nicht von radikalen Gruppen rekrutieren lassen. Die Beteiligung von marginalisierten Gruppen und Individuen, zusammen mit Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut, Ungerechtigkeit und Diskriminierung, ist wichtig für die Vorbeugung von Terrorismus (Hörter 2009, 172). Zuletzt stärkt Partizipation die Gemeinschaft, da die Inklusion von allen ihrer Zugehörigen Unzufriedenheit und Frustration abbaut. Somit führt Partizipation zu einem harmonischerem Zusammenleben (World Vision 2012, 41).
How Meaningful Participation of Children and Youth Can Lead to Peace:Building a Theory and Developing Practical Suggestions