Die UN-Kinderrechtskonvention


Der Gedanke, dass Kindern eigene Rechte zu teil werden sollten, besteht nicht erst seit der Annahme der Kinderrechtskonvention durch die Länder der UNO im Jahre 1989. Bereits 1924 („Geneva Declaration“) und 1959 („Deklaration über die Rechte des Kindes“) wurden Kinderrechtsdeklarationen verabschiedet. Hier stand jedoch der Kindesschutz im Mittelpunkt, da durch zwei Weltkriege besonders klar geworden war, dass Kinder bezogen auf ihre Rechte oft vernachlässigt werden.

Als 1979 das „Internationale Jahr des Kindes“ ausgerufen wurde, bildete sich auf die Initiative Polens hin im selben Jahr noch eine „offene Arbeitsgruppe“, deren Aufgabe die Erarbeitung einer neuen, umfassenderen Kinderrechtskonvention war (vgl. Maywald 2012, S. 24). Zehn Jahre später – im Februar 1989 – hatte man sich auf einen Entwurf geeinigt und am 20. November 1989 wurde die „Konvention über die Rechte des Kindes“ von der 44. Vollversammlung der UNO verabschiedet. Am 02.09.1990 trat die Konvention in Kraft und bis heute wurde sie von 195 Staaten unterzeichnet (vgl. UN Treaty Collection 2015) – somit ist die Kinderrechtskonvention die weltweit am meisten anerkannte Rechtskonvention, nur von Somalia und den USA nicht unterzeichnet.

1992 unterzeichnete Deutschland die KRK, jedoch unter dem Vorbehalt, dass Kinder mit Flüchtlingsstatus nicht nach dieser Konvention sondern nach dem Ausländergesetz behandelt werden sollten. Erst 2010 nahm die Bundesregierung diesen Vorbehalt zurück und erklärte die Kinderrechtskonvention somit als zulässiges Rechtsmittel für alle in Deutschland lebenden Kinder.

Die Kinderrechtskonvention ist nicht nur weltweit fast einstimmig ratifiziert, sie ist außerdem die bisher einzige Menschenrechtskonvention die sowohl politische und ökonomische als auch soziale, zivile und kulturelle Rechte in einem Dokument vereint (vgl. Maywald 2012, S. 24). Die Konvention besteht aus 54 „völkerrechtlich verbindenden Mindeststandards“ (ebd.), die Kinder zum einen schützen und fördern, ihnen jedoch gleichzeitig Mitsprache- und Beteiligungsmöglichkeiten geben. Der Kinderrechtskonvention liegen allgemeine Prinzipien zugrunde – Schutz, Förderung und Partizipation – in deren Kategorien sich alle Artikel einordnen lassen mit dem Gesamtziel der „vorrangigen Berücksichtigung des Kindeswohls“(ebd., S. 41). 
  Gebäude der Kinderrechte - National Coalition 2006