Hintergrund/Problem


Die 1989 verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention (KRK) ist weltweit von 193 Staaten ratifiziert worden und ist damit das „erfolgreichste“ Menschenrechtsabkommen.

Die vier Grundprinzipien der KRK sind:

1) Diskriminierungsverbot
2) Vorrang des Kindeswohls
3) Recht jedes Kindes auf Leben, Überleben und Entwicklung
4) Das Recht des Kindes gehört zu werden

Leider werden aber vielerorts immer noch die Rechte des Kindes missachtet.

Weltweit gibt es viele „unsichtbare“ Kinder. Da sie nie im Geburtenregister eingetragen wurden, existieren sie faktisch nicht. Häufig sind sie deswegen ebenfalls von Schulbildung und Zugang zu Gesundheitsleistungen ausgeschlossen. Besonders benachteiligt sind oft Kinder, die in abgelegenen Gebieten wohnen, auf der Flucht sind, zu ethnischen Minderheiten gehören, einem bestimmten Geschlecht angehören, eine Behinderung haben, Waisen sind und/oder aus extrem armen Familien stammen. Allerdings wäre es gefährlich und falsch zu denken, dass man Benachteiligung und Verletzlichkeit kategorisieren kann und immer die ärmsten Kinder z.B. die Verletzlichsten sind.

Nach einer UNICEF-Studie von 2014 erfahren 6 von 10 Kindern weltweit zu Hause regelmäßig körperliche Gewalt. Daneben sind viele Kinder auch anderen Formen von Gewalt ausgesetzt, wie z.B. psychologischer (Du kannst nichts…, du bist das Letzte…) Missbrauch, Vernachlässigung und Ausbeutung gehören leider ebenso für viele Jungen und Mädchen zu ihrem Alltag. So arbeiten weltweit 215 Millionen Kinder zwischen 0-17 Jahren, davon 115 in extrem gefährlicher und schädlicher Arbeit. Von 2,5 Millionen Menschen weltweit, die Zwangsarbeit verrichten sind nach Schätzungen von UNICEF 22- 50% Kinder, die Opfer von Kinderhandel wurden.

Besonders marginalisierte Gruppen von Kindern erfahren Diskriminierung und sind besonders anfällig für Rechtsverletzungen. Vielerorts werden Kinder in Entscheidungen nicht mit einbezogen und ihre Stimme nicht gehört.


Strategie/Projektmodelle/Schwerpunkte

World Vision arbeitet im Bereich Kinderschutz mit einem systemischen Ansatz. Ein Kinderschutzsystem wird dabei wie folgt definiert: Verschiedene Akteure arbeiten zusammen daran Missbrauch, Vernachlässigung, Ausbeutung und andere Formen der Gewalt an Kindern vorzubeugen, aber auch im konkreten Fall zu intervenieren. Dabei soll konkret erreicht werden, dass die Umgebung, in der Kinder aufwachsen, sicherer wird. Kinder sollen außerdem selbst befähigt und unterstützt werden ihre Rechte kennenzulernen sowie sich selbst zu schützen.

World Vision hat ein Projektmodell (Child Protection and Advocacy) entwickelt, um Kinderschutz und Anwaltschaftsarbeit in unseren Projektgebieten zu stärken. Es beinhaltet spezifische Inhalte, die darauf abzielen das Kinderschutzsystem (formell und informell) auf lokaler Gemeindeebene zu stärken und die Menschen zu befähigen Kinder zu schützen. Gleichzeitig sollen auch Kinder selbst befähigt werden sich schützen zu lernen. Anwaltschaftsarbeit auf lokaler und nationaler Ebene wird dazu eingesetzt Kinderschutz auf politischer Ebene präsent zu machen und dementsprechende Gesetze, Bestimmungen und deren Umsetzung einzufordern.



Das Projektmodell fußt auf einer vorher ausgeführten Analyse mit relevanten Akteuren bezüglich der zugrundeliegenden Kinderschutzproblematik im jeweiligen lokalen Kontext. Ebenfalls werden die Wirksamkeit bestehender Kinderschutzsysteme und eventuelle Lücken in den selbigen analysiert. Kinder werden entsprechend ihres Alters und auf kindgerechte Weise in den Analyseprozess einbezogen.

Die Kernelemente des Projektmodells Child Protection and Advocacy (CPA) sind:

  • Lokale Bewusstseinsbildung
  •  Auf- und Ausbau von Beschwerdestellen und ggf. Weiterleitung der Beschwerde an adäquate Stellen
  • Unterstützung von gefährdeten Familien
  • Förderung lebenspraktischer Kenntnisse und Resilienz der Kinder

Das Projektmodell ist momentan noch in der Pilotphase, um weiterhin notwendige Adapierungen und Verbesserungen vorzunehmen zu können.

Konkrete Studien


10 years on: Global progress and delay in ending violence against children. The rhetoric and the reality

Counting Pennies: A review of official development assistance to end violence against children

POLICY REPORT
Accountability and Getting to Zero Violence against Children
Improving information and accountability for eliminating violence against children


Prevent and protect: Linking the HIV and child protection response to keep children safe, healthy & resilient - Promising practices: Building on experience from Nigeria, Zambia and Zimbabwe


Case Study_Participation in Health Programming


Fearing Wrong (World Vision/Ipsos Studie zur Gewalt gegen Kinder) Deutsche Version

Fearing Wrong Studienergebnisse Deutschland

Fearing Wrong (World Vision/Ipsos Studie zur Gewalt gegen Kinder) Englische Version 


Ways forward for children‘s and young people‘s participation ( World Vision Studie zu Entwicklungmöglichkeiten von Kinder- und Jugendbeteiligung)

WV Trafficking Report 2014


Child Labour Report 2015 WVUK



Unsere Expertinnen:
















Verena Bloch
Fachreferentin für Kinderrechte & Bildung




















Antje Lüdemann-Dundua
Referentin Anwaltschaft, Schwerpunkt Kinderrechte und Kinderschutz

institut@wveu.org