Hintergrund/Problem


Um den Erfolg von Projekten beurteilen zu können, reicht es nicht, die kurzfristigen Ergebnisse von Projektmaßnahmen zu prüfen, vielmehr müssen die angestrebten Wirkungen ausgewertet und die richtigen Schlussfolgerungen für die Praxis gezogen werden. Als Wirkung verstehen wir, die aus den Projektaktivitäten resultierenden Veränderungen im Leben der Menschen. Dabei kann es sich um kurzfristige oder langfristige, positive oder negative, geplante oder ungeplante, direkte oder indirekte Wirkungen handeln. 

WAS IST WIRKUNG?


Wir verstehen Wirkungen als alle durch die Maßnahmen ausgelösten, beabsichtigten wie nicht beabsichtigten, positiven wie negativen, mittel- und langfristigen Effekte in den Regionalentwicklungsprojekten. Ein gebauter Brunnen ist daher noch keine Wirkung, erst wenn der Brunnen in Betrieb ist, genutzt wird und so langfristig zum Beispiel die Durchfallrate bei Kindern zurückgegangen ist, kann von einer Wirkung gesprochen werden.
Folgendes Schaubild soll am Beispiel einer Schulung für Lehrkräfte
Wirkungszusammenhänge darstellen, die durch eine Bildungsmaßnahme von World Vision verursacht wurden. Die Annahme lautet, dass die Lehrkräfte durch Schulungen neue Kompetenzen lernen, diese anwenden und so dazu beitragen, dass Kinder lesen und schreiben können. Eine erfolgreich durchgeführte Schulung kann potenziell auch negative Wirkungen verursachen. So muss die Möglichkeit bedacht werden, dass die nun besser qualifizierten Lehrkräfte die Projektregion verlassen könnten, weil sie sich außerhalb der Projektregion bessere Verdienstmöglichkeiten erhoffen. Auch könnte es sein, dass die Lehrkräfte ihr neues Wissen im Unterricht nicht anwenden. All dies würde sich darauf auswirken, wie viele Kinder am Ende der Projektlaufzeit Lese- und Schreibfertigkeiten entwickelt haben. Im Rahmen der Projektplanung wird versucht, mögliche negative Wirkungen bereits zu bedenken und ihnen entgegenzuwirken. Zudem ist es wichtig, mögliche negative Auswirkungen unserer Arbeit im weiteren Verlauf des Projektes zu beobachten und gegebenenfalls gegenzusteuern.







 


Dabei ist zu beachten, dass unsere Maßnahmen in den Projekten in einem komplexen Umfeld mit vielen Akteuren, eingebettet in eine Vielzahl von sozialen Prozessen, umgesetzt werden, welche diese auch beeinflussen. Daher ist es wichtig, Wirkungen sowohl in der Planung eines Projektes, als auch dem projektbegleitenden Beobachten (Monitoring), sowie während dem Analysieren im Rahmen einer Evaluierung mitzudenken. Hierbei sind nicht nur die beabsichtigten sondern auch die unbeabsichtigten Wirkungen zu berücksichtigen, ebenso wie neben den positiven, auch die negativen Wirkungen. Dies ermöglicht Entwicklungsprozesse zu verstehen und zu beeinflussen.


Mit den sogenannten „Child Well-Being Aspirations“ (deutsch: „Ziele für das Wohlbefinden von Kindern“) hat World Vision Ziele entwickelt, an denen sich die Wirkungen messen lassen müssen.




















 

Zu jedem dieser Ziele wurden relevante Indikatoren entwickelt, die regelmäßig im Rahmen von Evaluierungen geprüft werden. Solche relativ aufwendigen Datenerhebungen finden in unseren Regionalentwicklungsprojekten etwa alle 4-6 Jahre statt. Über einen längeren Zeitraum erlauben die Daten einen Trend über die Jahre abzulesen.

Hervorzuheben ist, dass die Projekte zu den festgestellten positiven oder negativen Wirkungen lediglich einen Beitrag leisten. Umweltveränderungen, soziale-, politische- und ökonomische Veränderungen können, trotz Berücksichtigung durch das Projekt (Risikoanalyse), je nach Ausmaß, manchmal nur punktuell aufgefangen werden. So kann zum Beispiel eine Dürre, die Wirkungen unserer Arbeit beeinträchtigen, obwohl das Projekt gute Arbeit leistete. Inwieweit das Projekt zu einer positiven oder auch negativen Wirkung beigetragen hat, ist daher nicht immer leicht nachzuweisen und bedarf einer genauen Analyse des Umfeldes in dem das Projekt agiert.

Für jeden Schritt im Rahmen des Projektmanagements (Datenerhebung (Assessment), Planung, Beobachtung (Monitoring), Evaluierung und Reflektion), ist die Einbeziehung der Zielbevölkerung, der Partner, der lokalen Organisationen, der staatlichen Strukturen aber auch falls möglich der anderen internationalen Organisationen, elementar. 

























Dadurch soll gewährleistet werden, dass die lokalen Ressourcen der Partner berücksichtigt werden und das selbstverantwortliche Handeln der Partner und der Zielbevölkerung gestärkt wird.


Strategie/Projektmodelle/Schwerpunkte



LEAP (Learning through Evaluation, Accountability and Planification): Projektmanagement Standards von World Vision
Development Programm Approach: Leitfaden für die Durchführung von Projekten


Projektbeispiel/konkrete Studie



2. World Vision Wirkungsbericht

1. World Vision Wirkungsbericht

2. World Vision Wirkungsbericht (Englisch)

1. World Vision Wirkungsbericht (Englisch)


Weiterführende Links



www.wvdevelopment.org



Unsere Experten:















            
Thorsten Bär
Fachreferent für Design, Wirkungsbeobachtung und Evaluation









 




Naemi Heimerdinger
Fachreferentin Wirkungsanalyse und Kommunikation  




DeGEval Jahrestagung 2016Nützlichkeit/Nutzung von Evaluation